Halloween ist einer der beliebtesten Feiertage in den USA und löst jedes Jahr einen absoluten Wirtschafts-Boom aus. Man wird praktisch von verrückt ausgeschnitzten Kürbissen überrollt und von der zuckersüßen Süßigkeiten-Welle mitgerissen – das ist besonders in Florida der Fall, wo im Monat Oktober die meisten „candies“ über die Ladentheke gehen.

Jedoch scheint es nur oberflächlich so, als würde Halloween die dominierende Festivität der Floridianer im Oktober sein: Genau so beliebt ist der lateinamerikanische Feiertag „Dia de los Muertos“, der vom 31. Oktober bis 02. November gefeiert wird. Immerhin machen Latinos  23.6 % der gesamten Bevölkerung Floridas aus. Wie also unterscheiden sich die beiden „spook-takulären“ Feiertage? Welche Traditionen sind üblich? Und inwiefern beeinflussen sich die beiden Kulturen eventuell gegenseitig? Dies und vieles mehr hat EASYLIVING einmal für Sie genauer unter die geisterhafte Lupe genommen:

I: HALLOWEEN
Historischer Hintergrund/Herkunft:
Halloween datiert zurück auf die Zeiten der Kelten (Heute der Raum Irland/Großbritannien), bei denen am 31. Oktober das „Samhain Feast“ gefeiert wurde in Vorbereitung auf Aller Heiligen am 1. November. Hierbei galt es die warme Jahreszeit zu verabschieden und sich auf den kalten, düsteren Teil des Jahres zu präparieren. Durch Lagerfeuer, Gesänge und Tänze galt es die Bevölkerung vor bösen Geistern zu schützen. Dazu verkleidete man sich auch, um sich vor den Gespenstern zu verstecken.

Das Gruselfest schaffte seinen Weg über den Atlantik nach Amerika um 1829 in Zusammenhang mit Irischen Flüchtlingen, die nach der Großen Plage in Irland in die USA flohen. Dort etablierte sich das Fest zunächst in Maryland, von wo aus das Fest sich über die gesamte Ostküste verbreitete. Jedoch lag der Fokus über längere Zeit weniger auf religiöse Bräuche, sondern vielmehr auf dem gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Dabei wurde Geld für gute Zwecke gesammelt, Paraden organisiert und Parties gefeiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden dann auch Kostüme immer populärer, um den ursprünglichen Brauch der Geister-Vertreibung wieder neu aufzugreifen. Von  da aus entwickelte sich Halloween dann zu dem, wie wir es heute kennen:

Heutige Halloween Bräuche und Trends
1. „Süßes oder Saures!“
Um die Häuser zu ziehen, verkleidet als Hexe, Vampir oder als eingewickelte Mumie, ist besonders bei den kleinen Halloween Fans ein absolutes Muss: Meist in Gruppen und je nach Alter mit oder ohne die Eltern klingeln sich die Kids von Haus zu Haus und bitten um leckere Naschereien. Dabei kommen sie meist mit ganzen Säcken voller Bonbons und Schokolade nachhause und können schlemmen, bis die Bäuche schmerzen. In Amerika kann man sich auch darauf verlassen, dass so gut wie ausnahmslos jeder Haushalt massig Süßigkeiten für die kleinen Geister-Gruppen bereitstellt und schon freudiger Erwartung ist, diese großzügig zu verteilen. Ursprünglich kommt das zu Englisch „Trick or Treat“ aus dem frühen 19. Jahrhundert, wo arme Kinder an Türen um etwas Essen baten und einen so genannten „soul cake“ erhielten, wenn sie dafür versprachen für die Verstorbenen der Familie zu beten.

2. Süßes vor der Haustür, ausgehöhlte Kürbisse und spaßige Grusel-Deko
Zu Halloween werden die amerikanischen Vorgärten dekorativ so richtig aufgerüstet! Vor die Eingangstür stellt man traditionell große Schüsseln voller Süßigkeiten für die Kinder bereit. Früher glaubte man, dies würde böse Geister davon abhalten, das Haus auszuplündern. Zusätzlich werden Kürbisse in allen Größen und Formen dekoriert, ausgehöhlt und zum Leuchten gebracht, um den Hauseingang festlich zu beleuchten. Zugegeben: so kennen es viele aus Deutschland auch. Aber dies ist für die Amis nur der Anfang! Wer etwas auf sich hält, der lässt es an Halloween so ordentlich krachen und macht den Garten zur Grusel-Film Kulissen. Dazu werden Spinnweben angebracht, Gespenster in die Bäume gehängt, lebensechte Horrorfiguren wie Zombies oder Vampire aufgestellt und zusätzliche Licht- und Soundeffekte installiert.

3. Geisterhäuser
Die so genannten „Haunted Houses“ sind ein amerikanischer Klassiker und selbst so gut wie in jeder Kleinstadt zu finden. Dabei werden große Häuser, Turnhallen oder manchmal sogar auch Schiffe von der Nachbarschaft in eine Stätte des Gruselspaßes verwandelt – wie eine Geisterbahn zum Durchgehen praktisch. An jeder Ecke lauern dann verkleidete Monster, die die Besucher das Fürchten lehren sollen. Meist wird der Eintrittspreis dann später für gute Zwecke gespendet.

4. Halloween Parties und Kostümwettbewerbe
Halloween ist natürlich nicht nur ein tolles Event für die Kinder, sondern auch für Erwachsene ein großer Spaß! Auch Verkleiden steht dabei ganz oben auf der Agenda – je extravaganter desto besser. Dabei ist der Kreativität vom Popcorn-Box Kostüm bis hin zu Spiderman keine Grenzen gesetzt. Bei Kostümwettbewerben kann man dann die bunten Kreationen bewundern und gegenseitig zur Schau stellen. Und bei den Halloween Parties kann man es dann auch noch im privaten Rahmen ordentlich knallen lassen, bis die Skelette Tango tanzen!

II: DIA DE LOS MUERTOS
Historischer Hintergrund / Herkunft
„Der Tag der Toten“ ist einer der bedeutendsten, mexikanischen Feiertage, der vom 31. Oktober bis 2. November gefeiert wird. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten beginnen jedoch meist schon Mitte Oktober. Nach mexikanischem Glauben kommen die Verstorbenen zur Erntezeit aus dem Jenseits, um mit den Lebenden ein rauschenden Fest zu feiern. Schon die Azteken stellten zu ihrer Seit Totenschädel auf, sodass die Geister sie als Trinkgefäß nutzen konnten. Spanische Missionare versuchten verzweifelt den christlichen Glauben durchzusetzen und legten somit das Fest mit Allerheiligen und Allerseelen zusammen. Azteken sowie Christen sehen den Tod nicht als Ende, sondern als eine neue Lebensform. Diese Gemeinsamkeit erlaubte damals auch eine harmonische Zusammenlegung der Feiertage zweier unterschiedlicher Kulturen.

Heutige Bräuche /Traditionen
Anders als man eventuell annimmt, ist der Tag der Toten ein sehr buntes, farbenfrohes Fest. Anstatt von Finsternis, dunklen Gestalten und bösen Geistern, dominieren tausende von schillernden Blumen die Straßen Mexikos. Das einzige Symbol des Todes und zu gleich auch das wichtigste, ist das Skelett oder der Totenschädel, „Calavera“ genannt. Diese sind jedoch schrill verziert und dienen der Dekoration. Besonders sind die „Calaveras de Dulce“ – aus Zucker, Marzipan oder Schokolade gefertigte Totenschädel, die gerade von Kindern gerne genascht werden.

Zusätzlich bereiten die Familien einen großen Schrein vor, um verstorbene Verwandte zu ehren.  Die so genannten „Ofrendas“ werden üppig mit Blumen geschmückt. Auf ihnen stehen außerdem persönliche Erinnerungsstücken und reichliche Speisen und Getränke – sie sind das Zentrum der Feierlichkeiten. Man glaubt, dass die Toten sich nach ihrer Reise aus dem Jenseits kräftig stärken sollen, um dann nach den Feierlichkeiten glücklich und zufrieden in das Totenreich zurückkehren können.


Verrückt – da wird ja das Gespenst im Keller verrückt!

Wussten Sie schon, dass…

… an Halloween mehr Süßigkeiten in den USA gekauft werden, als an Weihnachten, Valentinstag und Ostern zusammen?
Die beliebteste Nascherei der Amerikaner um die „Gruselfeierlichkeiten“ ist übrigens das „Candy Corn“ – ein kleines gelb, weiß, orange pyramidenförmiges Kaubonbon mit Vanille-Geschmack, geformt aus Zuckersyrup und Marshmallows. Der Favorit der Floridiane ist jedoch die „Nestlé Crunch Bar“ – ein Riegel aus Schokolade überzogenen Puffreis.

… kurz vor dem 31. Oktober bis zum 02. November keine schwarzen Katzen adoptiert werden dürfen?
Kein Scherz! Diese Maßnahme dient dem Tierschutz. Nachdem man bemerkte, dass Ende Oktober vermehrt schwarze Katzen gekauft wurden, um sie für Halloween-Streiche zu missbrauchen, wurde die Adoption in diesem Zeitraum verboten.

… statistisch weniger Babys Ende Oktober geboren werden, als im September?Die Amis sind tatsächlich einwenig abergläubig. Da viele glauben, eine Geburt an Halloween sei ein schlechtes Zeichen, da viele es mit Tod und Düsternis assoziieren, versucht man, die Geburt herauszuzögern oder zu verfrühen.

… Halloween der dritt beliebteste Feiertag aller Amerikaner ist?
Gleich nach Weihnachten und Thanksgiving ist der letzte Tag des Oktobers für die meisten Amis das absolute  „Non-Plus-Ultra“. 64% aller Familien gaben 2016 an, Halloween zu feiern und somit wurden in diesem Jahr rund $6.9 Billionen für Halloween-Partyartikel ausgegeben. Rund ein Drittel davon wurde alleine für Süßes ausgegeben.

Und jetzt wünscht EasyLiving schönes Gruseln, buuuuuu …!

Autor: Kim-Sandy Eichler

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Der Journalist erlernte sein journalistisches Handwerk mit einem zweijährigen Volontariat bei Europas größter Tageszeitung „Bild“. Anschließend arbeitete er dort erfolgreich mehrere Jahre als Polizeireporter, wurde später Nachrichtenleiter bei SAT.1, Chef vom Dienst beim Ski-Magazin und wechselte dann als Chefredakteur zu einem Tochterunternehmen des Heinrich Bauer Verlages, Europas größtem Zeitschriften-Verlag, wo er über Jahre hinweg hochauflagige Titel erfolgreich führte.

Ab 2001 verlagerte Eichler den Fokus auf Corporate Publishing, kreierte für Europas größten Finanz-Strukturvertrieb ein Monatsmagazin, welches zur Benchmark in der Branche wurde. Aktuell führt er Hamburgs größte freie Monats-Zeitung, leitet ein weiteres von ihm kreiertes Vertriebs-Magazin im Finanzberatungssektor und arbeitet parallel mit Nachdruck am Erfolg von EASYLIVING.

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