Der Gleitflug des Rosalöfflers ist elegant und majestätisch
Der Gleitflug des Rosalöfflers ist elegant und majestätisch

Es soll ja immer noch Menschen geben, die den Klimawechsel leugnen oder nicht wahrhaben wollen, dass es 5 vor 12 ist. Sicher, der Panik, die einige politische Gruppierungen machen indem sie schon seit Jahren mit dem Weltuntergang drohen, muss man sich nicht anschließen. Dennoch ist Handeln gefragt, denn die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen sind allgegenwärtig und die Anzeichen nicht zu übersehen. So ist beispielsweise das extrem komplizierte und empfindliche Öko-System der einzigartigen Everglades gefährdet und droht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Und dies wiederum betrifft zunehmend die gute, aufregende und ebenso exotische Vogelwelt der Florida-Sümpfe.

So haben Wissenschaftler jetzt festgestellt, dass ein steigender Wasserpegel in den Glades bestimmte Vogelarten regelrecht wegschwemmt. Dies betrifft insbesondere watende Arten wie unter anderem den Rosalöffler. Experten befürchten sogar, dass dieser auffällig farbenprächtige Vogel mit seinen perlenartigen Augen, dem grünschimmernden Kopf und dem scharlachroten Gefieder vom Aussterben bedroht ist.

Im seichten frischen Wasser schreitet der Rosalöffler entlang und wühlt den Boden auf, um Nahrung zu finden
Im seichten frischen Wasser schreitet der Rosalöffler entlang und wühlt den Boden auf, um Nahrung zu finden

Nest Key und die umliegenden kleinen Inseln der nordöstlichen Florida Bay waren beheimateten einst die höchste Anzahl an Nestern und Brutstätten für diese Vögel in Florida. Zugleich war diese Anzahl die bemerkenswerteste Quote für einen dramatischen Rückgang von Schreitvögeln wie dem Rosalöffler. Nachdem Jäger die Zahl bis auf 25 Brutpaare reduziert hatten, handelte der Staat Florida 1901 mit einem kompletten Handel- und Jagdverbot. Das war zugleich ein nationales Beispiel für aktiven Wildtierschutz. Ende der 70-ger Jahre wurden schon wieder 1.300 Nester gezählt, die sich über die komplette Florida Bay verteilten. Saisonale Fluten brachten steht frisches Wasser in die Sümpfe. Durch diesen „Wasseraustausch“ vermehrte sich auch der Fischreichtum. Die Zustände für die Schreitvögel wurden nahezu paradiesisch. Rosalöffler schlurfen bei der Futtersuche durch das seichte Wasser, wühlen den Grund auf und picken mit dem Schnabel dann rasant schnell nach Beute.

Nur noch rund 200 Nester von Rosalöfflern gibt es aktuell in der Florida Bau
Nur noch rund 200 Nester von Rosalöfflern gibt es aktuell in der Florida Bau

Doch ab 1980 begann Florida mit dem massiven Auf- und Ausbau des Flut-Kontooll-Systemns südlich von Miami. Eine Veränderung des Wasserpegels war die Folge, welche die Vögel bei der Nahrungssuche störte. Denn der höhere Pegel machte es bald unmöglich für die Tiere in ihrer gewohnten Art Beute zu machen.

In den 90-ger Jahren reduzierte sich die Anzahl der Brutplätze wieder auf nur noch 200 Stück. Und der aufgrund des Klimawandels einsetzende steigende Meeresspiegel machte es für die Tiere nicht leichter. Der Wasserpegel ist seit dem Jahre 2000 um weitere fünf Inches (12,7 cm) gestiegen. Das macht den Lebensraum für die Schreitvögel immer mehr kaputt, zumal eine Futtersuche zunehmend erschwert wird. Und die Gleichung ist eine recht einfache: Kein oder zu wenig Futter schwächt die Tiere und macht es für die Eltern bald unmöglich ihre Küken zu füttern. So setzt durch diese fatale Kausalkette ein dramatischer Rückgang des Bestandes ein.

Der Rosalöffler ist ein geschickter Jäger und seinem Schnabel entkommt keine Beute
Der Rosalöffler ist ein geschickter Jäger und seinem Schnabel entkommt keine Beute

Eine Chance um zu überleben ist die Flucht der Vögel ins das Landesinnere. Die Florida Bay wird zunehmend ärmer beim Bestand dieser wunderbaren Tiere. Dafür wurde jetzt eine größere Kolonie auf dem Festland bei Madeira Bay entdeckt, sowie noch weiter landeinwärts im Everglades Nationalpark rund um Paurotis Pond. Erstmalig wurden Rosalöffler jetzt sogar brütend sehr weit nördlich von South Carolina gesichtet, wo sie nach seichtem frischen Wasser suchen, um dort wieder „fette Beute“ für sich und ihre Küken machen zu können.

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Der Journalist erlernte sein journalistisches Handwerk mit einem zweijährigen Volontariat bei Europas größter Tageszeitung „Bild“. Anschließend arbeitete er dort erfolgreich mehrere Jahre als Polizeireporter, wurde später Nachrichtenleiter bei SAT.1, Chef vom Dienst beim Ski-Magazin und wechselte dann als Chefredakteur zu einem Tochterunternehmen des Heinrich Bauer Verlages, Europas größtem Zeitschriften-Verlag, wo er über Jahre hinweg hochauflagige Titel erfolgreich führte. Ab 2001 verlagerte Eichler den Fokus auf Corporate Publishing, kreierte für Europas größten Finanz-Strukturvertrieb ein Monatsmagazin, welches zur Benchmark in der Branche wurde. Aktuell führt er Hamburgs größte freie Monats-Zeitung, leitet ein weiteres von ihm kreiertes Vertriebs-Magazin im Finanzberatungssektor und arbeitet parallel mit Nachdruck am Erfolg von EASYLIVING.

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